Sonntag, 14. Februar 2010

Traumberuf Journalismus

Traumberuf Journalist, alles nur Schein?

Spannende Artikel, interessante Reportagen, aufregende Live-Berichterstattungen von wichtigen Ereignissen oder Interviews mit namhaften und bedeutenden Größen und Persönlichkeiten aus Politik, Sport oder Gesellschaft - so oder in ähnlicher Form beschreiben viele ihre Vorstellungen von der Arbeit als Journalist und verknüpfen das Berufsbild in der Folge mit einem absoluten Traumberuf. Doch ist diese Traumerscheinung wirklich Realität? Dieser Frage möchte ich auf den Grund gehen.

Wollten Sie nicht schon immer einmal ein Journalist sein? Einen Text schreiben, den später tausende von Leuten lesen. Ein guter Freund der Prominenz sein? Einen hohen Status im Medienbusiness haben? Irgendwann mal eine TV-Show moderieren oder ihre eigene Stimme im Radio hören? Ein Blog im Internet veröffentlichen? All diese Aktivitäten werden von den heutigen Journalisten durchgeführt. Mit viel Fleiss und Geduld bringen sie die wichtigen Informationen zu uns direkt nach Hause, wo die Leute sich darüber ihre eigene Meinung bilden.
Ein Berichterstatter hat es in seinem Leben nicht immer einfach. Er korrespondiert mit der heutigen Prominenz und gibt deren geheime Informationen schnellstmöglich an die Öffentlichkeit weiter. Er arbeitet meistens alleine und muss sich seiner Sache sicher sein. Da er immer unterwegs ist, wenn irgendwo ein Fest stattfindet, sind seine Arbeitszeiten unterschiedlich und können auch mal bis spät in die Nacht hinein dauern, bis er schlussendlich an seine Informationen kommt und diese dann an eine Boulevardzeitung, ans Radio oder an Tv-Stationen weiterverkaufen kann. Er ist stets auf der Lauer nach Fotos, interessanten Topstories oder kleinen Peinlichkeiten der Prominenz die sich gut vermarkten lassen. Nicht jeder hat das Feingefühl in sich, um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Daher sind die Ausbildungswege zu einem Journalistenberuf relativ verschieden. Egal ob man einen Quereinstieg wagt und sich als lokalen Sportreporter übt oder ob man eine akademische Ausbildung an einer Journalistenschule bevorzugt, eines sollte garantiert Vorhanden sein: die Freude am Schreiben. Das Talent zu haben, seine Leser in den Bann zu ziehen. Dies in den verschiedenen Themen wie Sport, Wirtschaft, Politik oder Wissenschaft. Das oberste Gebot lautet in jedem Thema gleich: versuche die Leser davon zu überzeugen, dass gerade deine Themen die interessantesten sind, damit sie auf deiner Artikelseite einen Halt machen und zu lesen beginnen.
Wie schon angedeutet ist der Beruf vielfältig, nicht nur in der Arbeitsweise und Arbeitszeit sondern auch in der Arbeitsform. Ob man das Talent hat, mit Fotos als Fotographen, schreibend als Reporter, mit seiner Stimme als Kommentator oder Radiomoderator sein Geld zu verdienen ist anfangs noch nicht so wichtig. Hauptsache man hat Spass an seiner Arbeit. Wird jedoch das Hobby, als lokaler Fotograph oder Pressesprecher zum Beruf, so sollte man sich doch für ein Gebiet entscheiden und sich daraufhin auch die nötigen Mittel besorgen, um die Voraussetzungen so gut wie möglich zu erfüllen. Es ist wichtig, dass man mit der Zeit eine gewisse Professionalität an den Tag legt, damit man mit der Konkurrenz mithalten kann.
Da die Mitstreiter ebenfalls auf gutes Equipment schauen, werden die Unterschiede zwischen den guten und schlechten Journalisten immer kleiner. Man überlegt es sich zweimal ob man seinen aktuellen Reporter feuert um einen Neuling anzuschaffen. Daher werden die offenen Stellen ebenfalls seltener. Immer mehr Pressesprecher zieht es daher in die Krisengebiete, um dort nach einer spannenden Story zu suchen. Dabei begeben sie sich oft in Lebensgefahr, nur um eine gute Geschichte zu erhalten.
Doch auch den ständigen Zeitdruck, um die Deadline der Zeitungen und Boulevardpresse einzuhalten, zwingen den Korrespondenten zu fast täglicher Nachtarbeit. Diese unregelmässigen Arbeitszeiten zerren an der mentalen Stärke. Daher bleiben die meisten Journalisten nicht ein Leben lang in ihrem Milieu, sondern wechseln nach ein paar Jahren wieder in ein anderes Berufsgebiet. Die unregelmässigen Arbeitszeiten lassen auch die sozialen Kontakte wie Freunde, Familie und Hobbys zu kurz kommen.
Viele schauen aber über diese Nachteile hinweg und sehen die Vorteile, die den Beruf so attraktiv machen. Nach einem gewisser Zeit und Ansehen hat man die Möglichkeiten Auslandsaufenthalte zu machen. In einem fremdem Land über das Aktuelle zu berichten, schmutzige Affären und Wirtschaftbestechungen ans Licht zu bringen und die Prominenz als Vollidioten darzustellen. Zudem lieben einige Menschen die Selbstständigkeit, die sie in diesem Beruf erwartet. Unabhängig von allem zu sein, nur die Deadline vor Augen.
Auch für junge Studenten lohnt sich dieser Beruf. Es gibt nämlich keine Altersbeschränkung und die Vorgaben um zu schreiben sind für alle dieselben. So kann ein Student das Schreiben neben der Schule üben und verdient sich nebenbei auch noch ein wenig Taschengeld. Unter der Voraussetzung natürlich, dass die Zeitungen die Artikeln gut finden und auch publizieren.

Alles in allem finde ich diesen Beruf äusserst anziehend. Ich bin einer der Menschen, die über die Nachteile hinweg schauen. Ich sehe mehrheitlich positive Aspekte, die in diesem Beruf vorkommen. Man ist auf sich alleine gestellt, kann Texte schreiben, fotografieren und seine Redekunst unter Beweis stellen. Niemanden, der einem sagt, ob er nun das Richtige tue oder nicht. Das Reisen in ferne Länder, die Gefahren, die einem in Krisengebieten erwarten, das Aufklären von Skandalen der Prominenz sind spannende Tätigkeiten. Alles Vorteile die mich ansprechen. Daher denke ich, dass ich an diesen Beruf Gefallen finden könnte. Ich wäre bereit, ein Teil meines Lebens in diesem Business zu verbringen.

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